Demoberichte

 

Warum man zur Montagsdemo kommen sollte?

Redebeitrag für die 9. Bundesweite Montagsdemo (06.10.2012)
von Ingo Brinksmeier (Leipziger Montags-Demo)
Unsere Regierung ist die Hierarchie der Unfähigen.
Sie lässt parasitäre Heuschrecken und kriminelle Zocker gewähren.
Ansonsten tut sie alles, damit die „da unten“, wie im offenen Massenvollzug dahinvegetieren müssen.

Wir demonstrieren heute gegen diese Regierung und Opposition, weil wir keine Nummern sind.

Wir haben Würde.

Wir wollen, dass niemand mit weniger als 1000 Euro im Monat leben muss – egal ob mit oder ohne Arbeit.

Einer um die Macht buhlenden SPD sagen wir:

Wir haben nicht vergessen wer die Agenda 2010 erfand – Armut und Rezession mit zu verantworten hat.
Steinbrück erwartet Beinfreiheit.
Wir haben die um kraftvolle Tritte im Sinne der Erwerbslosen, Arbeitsplatzbesitzer, Rentner, Kranken und Migranten zu verteilen.
Wir sagen Hartz IV muss weg!
Freiheit geht nur mit Gerechtigkeit und klaren exekutiven Regeln.

Reiche werden nur hofiert, Arme werden drangsaliert.
Das schmeckt uns nicht.
Tausendfach erheben wir unsere Stimme für die Einhaltung des Sozialstaatsgebotes.
Wir wollen staatliche Daseinsfürsorge.

Gesundheit ist keine Handelsware.Wohnst Du noch oder frierst Du schon? NEIN DANKE.
WEIL Du arm bist musst Du eher sterben. NEIN DANKE.
Schluss mit der DEMAGOGIE BEI DER DEMOGRAPHIE.
Gleiche Bildungschancen für alle.AKWs abschalten – jetzt. Unsere Kinder brauchen eine unverseuchte Umwelt ohne die Gefahr des Strahlentodes.

Dafür müssen wir kämpfen, wie in Griechenland, Spanien oder jetzt in Frankreich.
Proletarier aller Länder vereinigt Euch, bietet dem Raubtierkapitalismus deutlich die Stirn.

Diese Hierarchie der Unfähigen muss endgültig abgeschafft werden durch ein humaneres und sozialeres System.

Bürger müssen wieder als selbständig denkende und handelnde Menschen Mitspracherechte haben.

Es ging nie einzig um Bananen, sondern um die Wurst.

Und das ist heute noch so.

Redebeitrag von Patric für die 9.Bundesweite Montagsdemo am 06.10.2012

Liebe Montagsdemonstranten! Mein Name ist Patric Bosse.

Während Frau Merkel im Akkordtempo an Rettungsschirmen für unfähige Spekulanten und Banker bastelt, geht es 99% der Bevölkerung immer schlechter.

Viele Leute können nicht verstehen, dass Großmonopolisten immer großzügigere Fördermittel und Steuergeschenke bekommen, obwohl gerade diese immer mehr und immer schneller Arbeitsplätze abbauen und somit für die Verarmung großer Teile der Bevölkerung verantwortlich sind.

Da diese Großkapitalisten nicht nur Arbeitsplätze vernichten, sondern auch den wenigen, die das zweifelhafte Glück haben noch einen Arbeitsplatz zu besetzen, bei immer längeren Arbeitszeiten immer weniger Löhne zu bezahlen. Dadurch sind große Teile der Bevölkerung verarmt.

Deshalb können diese Kapitalisten ihren ganzen Schrott nicht mehr an uns verkaufen und sind heulend zu Merkel gerannt und haben gesagt, wir müssen Gewinne machen.

Deshalb werden jetzt überall, nicht nur in Deutschland, Großprojekte aus dem Boden gestampft die eigentlich keiner haben will und auch niemand so richtig braucht.
Großprojekte wie z.B. Stuttgart 21, der Ausbau vom Flughafen Berlin-Schönefeld, die Verlängerung der A100 in Berlin - um nur einige zu nennen.

Dieser Schwachsinn wird nur finanziert, um ein menschenverachtendes Ausbeutersystem künstlich am Leben zu halten.

Wir Montagsdemonstranten sind uns mit der weltweiten Occupy-Bewegung einig, dass wir die Schmarotzer der Wirtschaft, der Banker und Politiker weder mit unserem Geld noch mit unserer Arbeitskraft weiter unterstützen wollen.

Ich selbst bin seit vielen Jahren sozialversicherungspflichtig vollbeschäftigt.

Was bedeutet das?

Ich opfere einen Großteil meiner Lebenszeit, meiner Kraft und meiner Genialität einem Kapitalisten der meine Leistungen weder zu würdigen weis und sie auch nicht angemessen mit Geld honoriert.

Vielleicht wäre es besser, wenn ich die Tätigkeit für meine Ausbeuter einstellen würde. Damit könnte ich meine ganze Aufmerksamkeit der Montagsdemo, der Occupy-Bewegung und der Antiatombewegung widmen.

Nur wenn wir alle täglich gegen ein System der gnadenlosen Ausbeutung kämpfen, können wir etwas erschaffen, wo der Mensch und nicht das Kapital im Mittelpunkt steht.

Oder wie es Rio Reiser einmal gesagt hat:
„Macht kaputt was euch kaputt macht“

Drei Zukunftsvisionen eines Montagsdemonstranten, warum für ihn die Montagsdemo wichtig ist:

Wird es tatsächlich in Zukunft durch massive Rationalisierung kaum noch Arbeit geben?

Auf dieser Grundlage habe ich mir drei Zukunftsvisionen ausgedacht:Zukunftsvision ohne die MontagsdemosZukunftsvision mit der MontagsdemosZukunftsvision mit sehr großen und starken Montagsdemos

Zukunftsvision ohne die Montagsdemos
Deutsche Spitzenpolitiker haben mir mit Wort und Tat dabei geholfen, vorzustellen wie diese Zukunft aussehen kann.
Dazu einige Kostproben:
Kurz vor der Wiedervereinigung hat der Berliner Senat mal versucht statt Geld Einkaufsgutscheine an Asylbewerber auszugeben, um diese zu diskriminieren. Denn die Einkaufsgutscheine konnten nur in bestimmten teuren Supermärkten eingelöst werden.
Weitere Zitate haben mir geholfen vorzustellen, wie eine Zukunft ohne Montagsdemo aussehen könnte:Hartz IV-Empfänger können nicht mit Geld umgehen und gehen sowieso alle schwarzarbeiten.Wer nicht arbeitet braucht auch nicht so viel zu Essen.Obdachlosigkeit soll nach Möglichkeit verhindert werden. Mietschulden werden aber nicht mehr übernommen, stattdessen werden Großkonzerne mit Milliarden subventioniert.„Sozial ist was Arbeit schafft!“, so wie die 1,50€-Jobs?Die Leute sollten auch am Wochenende arbeiten, wenn ihnen das Geld nicht reicht, dann muss wenigstens das JobCenter nichts mehr zahlen.Wer an seinem Wohnort keine Arbeit findet, kann ja umziehen, schließlich hat jeder Europäer die „Freiheit“ in der ganzen EU zu arbeiten.
Diese Beispiele sollten genügen um die Grundlage zu meiner Zukunftsvision ohne Montagsdemo

Jeder muss jeden Job EU- weit annehmen.Einführung der 7-Tage-Woche um genug Geld zu verdienen zum Überleben, da die Löhne so niedrig sind, dass man davon auch so kaum noch leben kann.Weil wir sowieso kein Geld verdienen, müssen wir auch keinen Urlaub machen.Weil Arbeitslose mit Geld nicht umgehen können, reicht es aus, wenn sie stattdessen jeden tag eine warme Suppe bekommen.Wer nicht macht was das Amt will, wird obdachlos.
Usw.



Zukunftsvision mit den Montagsdemos
Vielleicht schaffen wir es irgendwann wieder mehr Teilnehmer zu werden. Dann müssten wir 7 Tage in der Woche Berlin stilllegen. Des Weiteren sollten alle Mensche, die unter 1.000€ netto verdienen eine Woche streiken.
Wenn wir alle zusammen halten, können wir folgende Punkte durchsetzen, notfalls auch mit Gewalt:

Abschaffung von Hartz IVWenn die Arbeitslosenquote über 10% liegt, Abschaffung der Arbeitspflicht, da es nicht genug Arbeit gibt.Gefährliche und zu gering bezahlte Arbeit sollte verboten werden. Unter gefährliche Arbeit fällt z.B. das Arbeiten in einem Atomkraftwerk. Die Arbeitgeber, die dies fordern müssten in den Knast.



Zukunftsvision mit sehr großen und starken Montagsdemos
Die Montagsdemos haben so viele Teilnehmer, dass wir eine eigene Fabrik bauen, in der wir arbeiten können. Dort würde hergestellt, was man zum Leben braucht. Aber auch Landmaschinen, die wir im Tausch gegen Grundnahrungsmittel den Bauern geben. Die Produkte werden nur an andere Montagsdemonstranten weitergegeben.
Aufruf und Vorbereitungzur 10. Herbstdemonstration gegen die Regierung in Berlin


Redebeitrag von Patric für die Umweltgewerkschaft am 31.08.2013

Liebe Demonstranten!

Mein Name ist Patric Bosse. Ich bin vom Berliner- Bündnis- Montagsdemo.

Einige werden sich fragen, warum eine soziale Bewegung sich bei den A 100 Protesten beteiligt.

Diese Autobahnverlängerung ist weder gewollt, noch löst sie irgendwelche Verkehrsprobleme. Man sollte dieses Bauprojekt als Teil von vielen Bauvorhaben sehen, die keiner braucht und niemand will.

Ähnlich wie z.B. der Flughafen BER, Stuttgart 21, der neue Hauptbahnhof in Berlin, der Tiergartentunnel der B 96 oder die Kanzlerbahn - auch bekannt unter U55.

Diese Bauprojekte wurden nur gebaut damit einige superreiche Bauunternehmer, Immobilienbesitzer und Banker noch mehr Geld scheffeln können.

Der gleiche Grund weshalb die Hartz- Gesetze in Deutschland eingeführt wurden.

Deshalb sagt das Berliner- Bündnis- Montagsdemo, daß diese Autobahn auf gar keinen Fall gebaut werden darf.

Nun zu den Fakten:

Die A 100 wird nach den Plänen um 3,2 Kilometer bis zur Elsenbrücke verlängert.

Das bedeutet, diese Autobahn endet an einer Stelle, wo es seit Jahren immer zu chronischen Verkehrsstaus kommt.

Die Elsenbrücke kann den zusätzlichen Verkehr nicht bewältigen.

Für diese Autobahn werden 7 Mietshäuser abgerissen. Angesichts der angespannten Mietsituation frage ich mich: „Bekommen die Mieter aus diesen Wohnungen auch wieder Wohnungen die sie sich leisten können ? ? ? “

In der Straße Am Treptower Park werden 12 denkmalgeschützte Platanen und 95 andere Bäume gefällt.

Kann man sich so etwas in einer Betonwüste wie Berlin aus ökologischer Sicht eigentlich leisten? Diese Autobahn wird dicht an einer Schule gebaut werden. Können die Kinder durch den Lärm noch dem Unterricht folgen?

Die Autobahnverlängerung kostet 500 Millionen Euro oder anders ausgedrückt kostet 1 Meter 136 Tausend Euro.

Können wir uns das angesichts der leeren Kassen von Bund und Land überhaupt leisten?

Frau Merkel reist von einer Klimakonferenz zur nächsten und behauptet Deutschland produziert in Zukunft weniger Treibhausgase. Gleichzeitig bauen sie in ganz Deutschland ständig neue Autobahnen, Flughäfen und Braunkohlekraftwerke.

Frau Merkel sie werden von keinem wichtigen Politiker weltweit mehr ernst genommen.

Herr Wowereit! Wenn sie nicht Tag und Nacht an so komischen Partys rumhängen würden, hätten sie vielleicht mitbekommen, daß Berlin die Hauptstadt der Hartz IV - Empfänger und prekär Beschäftigen ist. Solche Leute können sich kein Auto leisten!

Für wen bauen sie die Autobahn eigentlich ? ? ?

Übrigens sollten sie inzwischen mitbekommen haben, daß die Berliner S-Bahn schlechter funktioniert, wie fast jede Bahn in der sogenannten 3 Welt ! ! !

Deshalb gehören die 500 Millionen in den öffentlichen Nahverkehr.

Herr Wowereit, wenn sie diese Stadt vor weiteren Wirtschafts- und Imageschäden bewahren wollen, dann treten sie doch endlich zurück!